Mit Eiskaffee am Teich

/ Juni 3, 2016/ Glücksmomente/ 4Kommentare

Ja, auch diese Momente muss es geben.  In Zeiten meiner akuten depressiven Episoden war es mir fast unmöglich Glück zu empfinden. Tatsächlich musste ich lernen wieder Glück, Zufriedenheit und innere Ruhe zu spüren. Es war, als wären diese Gefühle nie da gewesen.      Völlig unbekannte Fremde.

Wie lernt man durch all das Dunkel wieder die Helligkeit zu spüren?!

Lange merkte ich nicht mal, dass diese farbigen Gefühle eigentlich da sein müssten. Das ich als Mensch eigentlich fähig zu diesen positiven Gefühlen bin.             Es passierte schleichend. 

Depressiv sein fühlt sich nicht mal fremd an. Es ist wie schwarze Watte die dich umhüllt und dich vergessen macht, dass du auch zu Farbe fähig bist. 

Diesen Moment mit Eiskaffee am Teich in völliger Farbe und mit positiven Gedanken habe ich mir so hart erarbeiten müssen.  Jahre gefüllt mit anstrengenden Therapien. Emotional da hin gehen müssen wo es richtig weh tut. Um es dann ändern zu müssen. All die Medikamente mit Ihren abartigen Nebenwirkungen.  All die Tränen, der Kampf und doch ..sitze ich hier und da ist es

Farbiges Glück was mich wie Watte umhüllt.

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4 Kommentare

  1. Was soll ich sagen? Genetisch bedingte Veranlagung zu Depressionen, die ich nun seit vielen Jahrzehnten habe, aber gut damit umgehen kann. 2001 das 1. und einzige Burn out, nie wieder bitte! Kein Glück, keine Freude, keine Trauer, keinen Schmerze empfinden können, einfach leer sein. Nur mehr die alleinige Existenz und das ist schon zuviel. Damals verfiel ich in die Stricksucht, leider beendete ich diese wieder, als ich gesund war. Bis..ja, bis ich Jahre später – für mich ohne ersichtlichen Grund – wieder meine Restbestände ganz hinten im Kasten fand und anfing zu häkeln.

    1. Vielleicht hat alles seine Zeit?! Ich erlernte das stricken in meiner ersten Kur vor vielen Jahren. Stellte sogar einen Schal fertig. Aber wieder zu Hause geriet es völlig ins vergessen. Erst vor zwei Jahren, als ich aufhörte zu Rauchen und meine Mutter meinte, ich müsste meine Finger beschäftigen und solle doch mal stricken, verfiel ich dem Strick-Wahnsinn. Ich bin bis heute Rauchfrei aber dafür Woll-Süchtig 😀

  2. Wow! Wie krass ist das, wenn man so etwas liest, was Dich voll berührt, weil Du jedes Wort davon kennst, erlebt hast, gefühlt hast und auch genau so selbst schreiben könntest. Und genau dieser Punkt, dass ich es fühle, dass ich Wort für Wort nachempfinden kann, zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin…auf dem Weg zurück ins farbige Leben…

    Die schwarze Watte ist zwar im Moment grau, aber diese „Watte“ ist mittlerweile wie ein guter Freund, mit dem ich leben kann (weil ich ja mit leben muss) und trotzdem: das Schwarz darf nicht mehr übermächtig werden! Das ist ein täglicher Kampf!

    Aber er lohnt sich!

    Und ein sehr guter Bestandteil meiner persönlichen Therapie: Handarbeiten! Somit bin ich ganz bei Dir Nicky!

    1. Hallo Schumitina, ich habe lange überlebt ob ich meine Erkrankung hier thematisiere. Man macht sich angreifbar und verletzbar. In dieser Gesellschaft in der stärke, Macht und Geld zählt. Man teilt die tiefsten innere Gefühle für jeden ersichtlich. Das ist immer ein Risiko. Dein Kommentar zeigt mir aber, dass es der richtige Schritt war. Es ist schön zu wissen, dass es da draußen Menschen gibt die nachempfinden können, wie es ist in dieser dunklen Watte umher zu irren und auch auf der Suche nach der Farbe sind. Ich wünsche dir ein riesiges Meer an Farbe und Glücksmomenten. Und das wissen, dass du den Schlüssel dazu wie selbstverständlich in die trägst. Auch für mich ist- und war die Handarbeit ein sehr wichtiger Teil. Liebe Grüße Nicky

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